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Werte

Nachhaltige Nutzung von Abfall – Das zweite Leben einer PET-Flasche


Mülltrennung beginnt zu Hause. Aber was danach passiert, ist wenigen bekannt. Nach dem Sammeln werden die Abfälle in einer Industrieanlage in neue Rohstoffe umgewandelt. Jeden Tag treffen etwa sieben Millionen PET-Flaschen aus Sortieranlagen in ganz Europa im Werk von Freudenberg Performance Materials (FPM) in Novedrate, Italien, ein. Sie werden in einem etwa zwei Stunden dauernden Recyclingprozess zu Vliesstoff verarbeitet.

Die Geschichte des Recyclings bei Freudenberg begann bereits in den 1990er-Jahren mit dem Bau der ersten Anlage in Novedrate (Italien), die PET-Flaschen aus Haushaltsabfällen zur Herstellung von Polyester nutzt. Das Unternehmen war in Italien Pionier im Recycling. Danach entstanden auch in Pisticci (Süditalien) und Colmar (Frankreich) Recyclinganlagen. Heute stammen etwa 65 Prozent der angelieferten PET-Flaschen aus europäischen Sammelsystemen, in denen Kunststoffabfälle nach verschiedenen Recyclingmaterialien getrennt werden.

Der Rest wird von unabhängigen Sortierunternehmen aufgekauft. Zuerst werden Fremdmaterialien, die sich in den Flaschen befinden, entfernt. In einem zweiten Schritt werden die Flaschen gewaschen und zu sogenannten „Flakes“ zerkleinert. Diese Flakes werden dann geschmolzen und in Fasern umgewandelt (Stapelfasertechnologie) oder direkt im Spinnverfahren (Spinnvliestechnologie) verwertet, um daraus recycelte Polyestervliesstoffe herzustellen, die als Trägermaterial für Bitumenmembranen zur Wasserabdichtung eingesetzt werden. Der Vorteil dieses Produktionszyklus: Es werden nicht nur Abfälle wiederverwertet, auch der Kohlendioxidausstoß kann deutlich reduziert werden. Durch den effektiven Ersatz neuer Rohstoffe durch recyceltes Polyester lassen sich natürliche Ressourcen einsparen. So wird die Umwelt entlastet; zusätzlich entfällt der Energieverbrauch zur Herstellung neuer Rohstoffe.

Bewusste Entscheidung

Der Einsatz von recyceltem Polyester ist für FPM eine bewusste Entscheidung gewesen. Das Unternehmen ist stolz darauf, „grüne“ Produkte anzubieten und diese auf verantwortungsvolle und nachhaltige Weise herzustellen. Denn die Umwelt ist ein schützenswertes Gut – so die einhellige Meinung bei FPM. Hans-Jürgen Berenbruch, Recycling-Manager bei FPM Novedrate, beschreibt den Prozess als einen Grundsatz der Geschäftstätigkeit von FPM: „Recyclingmaterialien gelten heute nicht mehr als Rohstoffe zweiter Wahl, sondern genießen durch ihren Beitrag zum Umweltschutz immer größeres Ansehen. Gleichwohl kann die steigende Nachfrage durch die Abfallsammlung nicht befriedigt werden. Es ist sowohl notwendig als auch nützlich, die Öffentlichkeit weiter für dieses Thema zu sensibilisieren.“

Wichtiger Footprint
  • Am FPM-Standort in Novedrate, Italien, werden täglich etwa sieben Millionen PET-Flaschen in nutzbaren Vliesstoff umgewandelt. Dies spart natürliche Ressourcen und Energie.

Um Betriebe dabei zu unterstützen, mehr Abfälle zu verwerten, müsste zunächst eine größere Menge an Abfällen gesammelt werden. „Dies ist mit Sicherheit eine der größten Herausforderungen, der wir uns stellen müssen.“ Ein Projekt am Standort Novedrate verfolgt das Ziel, das Bewusstsein für das Sammeln wiederverwertbaren Abfalls zu schärfen. Es ist geplant, Schulen in der Umgebung des Werks zu besuchen, um den Schülern mithilfe von Videos, Spielen und Kreativlaboren die Bedeutung des Recyclings nahezubringen. Die Mitarbeiter von FPM zeigen ihnen, wie Abfälle – in diesem Fall eine Plastikflasche – in Materialien mit einem neuen Verwendungszweck umgewandelt werden können. So werden mit den Flakes aus den PET-Flaschen Haushaltsprodukte wie Vileda-Besen, Füllstoffe für Kleidung, Fasern für Möbel oder Vliesstoffe für wasserdichte Dächer hergestellt.

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